Der Hauptverwendungszweck von WordPress ist es Inhalte im Netz zu präsentieren. Zu diesem Zweck gibt es von Haus aus zwei Darstellungstypen: den Beitrag (englisch post) oder die Seite (englisch page). Da beide deutlich mehr Ähnlichkeiten als Unterschiede aufweisen, kommt schnell die Frage auf wann welche Form genutzt werden sollte.

Historie: Es war einmal ...

WordPress startete als reines Blogsystem und so gab es ursprünglich auch nur die Möglichkeit Beiträge zu veröffentlichen. Die Funktion für Seiten wurde erst später integriert. Dabei ist der zentrale Aufbau von Beiträgen und Seiten identisch: Es gibt eine Überschrift und einen Inhaltsbereich in dem Texte und Medien wie Bilder, Audios oder Videos veröffentlicht werden können.

Was ist der Unterschied zwischen Beiträgen und Seiten?

Seiten sind im Grunde genommen eine reduzierte Version von Beiträgen, bei denen folgende Funktionen fehlen:

  • es gibt keine Optionen für Kategorien und Tags (keine Taxonomie)
  • es gibt keine Ping- und Trackbackfunktionen
  • Seiten werden nicht automatisch verlinkt oder aufgelistet, d.h. im Gegensatz zu einem Beitrag muss für eine erstellte Seite erst ein Menüpunkt oder eine andere Art von Link erstellt werden, damit ein Besucher die Seite finden kann, während Beiträge automatisch, meist chronologisch, in der Blogansicht untereinander dargestellt werden.
  • Keine automatische Veröffentlichung der Inhalte im RSS-Feed (falls aktiviert)

Was eignet sich besser wofür?

Man könnte sich fragen wozu eine neue Funktion integrieren, die weniger Möglichkeiten bietet als die bisherigen Beiträge: Es kommt auf den Verwendungszweck der Inhalte an.

Wann sollten eher Beiträge genutzt werden?

Beiträge sind für's Bloggen ausgelegt. Deren Inhalte werden an den wichtigen Stellen automatisch verlinkt und angezeigt und darüber hinaus lassen sich über die Kategorie und Tag-Ansichten schnell themenverwandte Artikel auffinden. Die Pingbackfunktion hat zumindest früher für einen regen Austausch zwischen verschiedenen Blogs gesorgt.

Beiträge eigenen sich also ideal, wenn es um die Erstellung von regelmäßigen Inhalten für Blogs oder einen Newsbereich geht, bei denen die aktuellen Informationen möglichst alle Leser erreichen sollen, sei es über die automatisch angelegte Blogansicht mit der typischerweise chronologischen Auflistung oder den RSS-Feed.

Wann sollten eher Seiten verwendet werden?

Wenn es um Inhalte geht, die einerseits nicht im Nachrichtenfluss wie der Blogansicht oder den RSS-Feed aufgeführt und andererseits an einer festen Stelle (statisch) in der Internetseite eingebunden werden sollen. Dies sind Elemente, die nur bei Bedarf gelesen werden wie z.B. das Impressum, eine 'Über uns' Seite, ein Kontaktformular, ein Gästebuch etc. Solche Inhalte will in der Regel niemand in der Blogansicht oder in seinem RSS-Feed lesen.

CPT: Custom Post Types

Auch wenn mit dieser Unterscheidung eigentlich alles Wesentliche erläutert ist, wollen wir noch einen kurzen Ausblick zu Custom Post Types (CPT) geben, da manche Themes und Plugins diese erweiterte Funktionalität nutzen. WordPress bietet die Möglichkeit neben Beiträgen und Seiten weitere Inhaltstypen zu definieren. So lassen sich CPT wie Veranstaltung, Portfolio oder TV-Serie erstellen, die eigene Kategorien und Tags (Taxonomie) erhalten und noch viel wichtiger: es können neben der Überschrift und dem Textfeld zusätzliche spezielle Felder definiert werden wie Veröffentlichungsjahr, Hauptdarsteller, Veranstaltungsort, etc.

Leider sind diese Möglichkeiten von Haus aus nicht im Adminbereich von WordPress konfigurierbar, sondern müssen erst über entsprechenden PHP-Code erstellt werden. Allerdings gibt es Plugins, die solche Optionen auch Einsteigern zugänglich machen.

Fazit Beiträge vs Seiten

Das wesentlichste Unterscheidungsmerkmal zwischen Beiträgen und Seiten ist, ob der Inhalt im Nachrichtenfluss auftauchen soll oder nicht. Falls eine besondere individuelle Darstellungsform gewünscht wird, lohnt sich die Beschäftigung mit dem Thema Custom Post Types.