Gründe für eine mehrsprachige (englisch: multilanguage) Website gibt es viele. Die Umsetzung ist mit WordPress allerdings nicht ganz einfach, denn Mehrsprachigkeit ist keine Standardfunktion. Dennoch kannst Du diese Herausforderung auf verschiedenen Wegen meistern.

Weshalb multilingual?

Mehrsprachige Websites bieten einige Vorteile, falls Deine Zielgruppe(n) auch andere Sprachen als die Hauptsprache Deiner Website sprechen. Du erreichst dadurch nicht nur im Ausland mehr Besucher, sondern auch in Deinem eigenen Land. Und das nicht nur, wenn Du in einem mehrsprachigen Land wie der Schweiz lebst. Auch für das Ranking bei Google können mehrere Sprachen nützlich sein, denn viele User nutzen Google.de in einer anderen Sprache als Deutsch. Ist Dein Blog multilingual, kannst Du hier punkten. Allerdings konzentriert WordPress sich im Kern auf das Wesentliche. Mehrsprachigkeit ist deshalb keine standardmäßig integrierte Funktion. Eine Umsetzung mehrerer Sprachen erfordert deshalb ein wenig Aufwand und eine gute Planung.

Das Problem mit den Sprachen

In Punkto Mehrsprachigkeit geht es um deutlich mehr als nur übersetzte Blogartikel. Bei der Umsetzung müssen mehrere Punkte bedacht werden, wie zum Beispiel die bevorzugte Sprache des Admin-Bereichs. Dazu kommt die Frage, wie die Mehrsprachigkeit für den Leser umgesetzt wird. Soll ein Besucher der Seite zum Beispiel direkt zur übersetzten Seite oder zur Startseite in seiner Sprachversion weitergeleitet werden? Browserweichen und Language Switcher sind wichtige Werkzeuge für Dich.

Mit einer Browserweiche kannst Du zum Beispiel erreichen, dass Besucher abhängig von Ihrer verwendeten Sprache im Browser auf die entsprechende Sprachversion Deiner Website weitergeleitet werden. D.h. ein Browser mit Englisch als Standardsprache leitet auf die englische Version Deiner Website, während ein deutschsprachiger Browser auf die deutsche Version führt.

Wenn die Weiterleitung nicht automatisch erfolgen soll, ist ein sogenannter Language Switcher das Mittel der Wahl. Über ein Auswahlmenü ermöglichst Du Deinen Besuchern, selbstständig die Sprache zu wechseln. Gegenüber einer Browserweiche hat dies den Vorteil, dass ein deutscher User einen englischen Browser nutzen und dennoch Deine deutsche Website lesen kann. Meist lassen sich beide Tools gleichzeitig nutzen. Wenn ein Besucher doch lieber eine andere als die Sprachversion auf die er automatisch geleitet wurde lesen möchte, kann er mittels des Language Switchers manuell wechseln. Dabei wird die automatische Weiterleitung durch die Browserweiche für diesen Benutzer deaktiviert.

Um in allen Sprachen eine gute Platzierung in den Suchmaschinen zu erhalten, ist es außerdem entscheidend, die Suchmaschinenoptimierung zu überprüfen. Nicht nur die Alt-Tags zu Deinen Grafiken sollten stimmen. Deshalb ist es entscheidend, dass Du die verwendeten SEO Tags an die jeweilige Sprache anpasst, um kein Potential zu verschenken.

Insgesamt solltest Du schon gute Gründe für eine Entscheidung zur Mehrsprachigkeit haben, da diese zwar grundsätzlich machbar ist, aber einigen Aufwand mit sich bringt.

Verschiedene Wege zur Mehrsprachigkeit

Die genannten Herausforderungen heißen aber nicht, dass von einer mehrsprachige Website grundsätzlich abzuraten ist: Mit manuellen Lösungen oder — meist die einfachere Variante — mit Plugins lassen sich verschiedene Sprachen einrichten.

Mehrsprachigkeit manuell verwalten

Eine manuelle Lösung sieht in der Regel so aus, dass mehrere WordPress Installationen genutzt werden — eine je Sprache. Alternativ wird hierfür auch gerne eine WordPress Multisite Installation genutzt. Wenn die zu übersetzende Website aus nur wenigen Unterseiten besteht, ist die manuelle Verwaltung eine machbare Variante. Wenn es aber um deutlich mehr Inhalte geht, die ggf. auch durch einen Übersetzungsdienst erstellt werden sollen, fährt man mit einem passenden Plugin besser.

Multilanguage Plugins

Bei den Plugins gibt es zwei generelle Herangehensweisen:

1. Multisite

Einmal auch hier die Verwendung einer Multisiteinstallation. Dabei sorgt das Plugin für die Verknüpfung und Verwaltung der verschiedenen Sprachversionen der Seiten auf den verschiedenen WordPress Multisite Instanzen. Das hat den großen Vorteil, dass selbst wenn das Plugin abgeschaltet und deinstalliert wird, bleiben die verschiedensprachigen Websites voll funktionsfähig erhalten.

2. Custom Fields

Die meisten Multilanguage Plugins nutzen Custom Fields zur Speicherung der verschiedenen Sprachversionen. Das hat den Vorteil, dass keine Multisiteinstallation benötigt wird. Andererseits werden mit dem Abschalten des Plugins keine der alternativen Sprachversionen angezeigt. Auch ein Wechsel des Plugins ist meist nicht so einfach.

Grundsätzlich bieten so gut wie alle Übersetzungsplugins die o.g. Broserweichen und Language Switsher an.

Beliebte Multilanguage Plugins

Das wohl meistgenutzte Multilanguage Plugin ist WPML. WPML nutzt Custom Fields für die alternativen Sprachversionen und bietet u.a. eine Managementfunktion, falls Du Deine Inhalte von externen Dienstleistern übersetzen lassen willst. Es gibt sogar einen deutschsprachigen Support. Leider ist WPML nur als kostenpflichtiges Premium Plugin verfügbar. Es wird keine kostenlose Testversion angeboten, dafür aber eine 30-Tage Geld zurück Garantie.

Polylang dagegen ist ebenfalls sehr beliebt und ist in einer kostenlosen Variante über das WordPress Repository herunterladbar. Polylang setzt ebenfalls auf die Verwendung von Custom Fields. Es existiert eine Pro Version mit erweitertem Funktionsumfang.

Das aus Deutschland stammende MultilingualPress baut dagegen auf einer Multisite Intallation auf und die abgespeckte Variante ist kostenfrei aus dem WordPress Repository herunterladbar.

Fazit

Obwohl WordPress von sich aus nicht darauf ausgelegt, ist es durchaus möglich, eine mehrsprachige Website damit einzurichten. Dafür stehen Dir verschiedene Wege offen. Damit Deine fertige Website aber auch läuft und Deine Leser anspricht, ist Vorarbeit und Planung nötig. Denn Mehrsprachigkeit beinhaltet deutlich mehr als nur übersetzte Blogartikel. Der Aufwand kann sich bei passendem Zielpublikum lohnen, denn mehrsprachige Blogs bedeuten eine potentiell größere Leserschaft und ermöglichen gute Platzierungen in den Suchmaschinen in mehreren Sprachen.