Wohl jeder, der mit WordPress arbeitet, sieht sich früher oder später mit der Installation der dazugehörigen Plugins konfrontiert. Je nachdem, wie sich Deine Seite dann entwickelt, könnte es sein, dass sich einige Plugins als unnötig oder unbrauchbar erweisen. Diese Plugins solltest Du löschen. Doch weswegen ist die Deinstallation eigentlich so wichtig? Gibt es einen Unterschied zum einfachen Deaktivieren? Der folgende Artikel hilft Dir dabei, Dein Pluginmanagement zu optimieren.

Weswegen ist eine Deinstallation eigentlich so wichtig?

Klar ist: interessierst Du Dich für ein WordPress Plugin hast Du die Wahl zwischen etlichen Möglichkeiten. Wichtig ist jedoch auch, dass Du die Plugins, die Du eben nicht nutzen möchtest, wieder aus WordPress verbannst. Doch warum?

Ein klassisches WordPress Plugin ähnelt einer App. Dein Vorteil: Du kannst WordPress leicht um die Funktionen ergänzen, die Dir wichtig sind. Doch auch wenn die meisten Fachleute hinter den Plugins alles dafür tun, um ein Maximum an Sicherheit zu gewährleisten, zeigt die Erfahrung, dass es gelegentlich zu Sicherheitslücken kommen kann. Jedes Plugin, das Du installierst, erhöht ein klein wenig das Sicherheitsrisiko. Außerdem ist es gerade bei nicht mehr genutzten Plugins schwer zu erkennen, ob das Plugin noch aktiv weiter entwickelt wird. Darüber hinaus beansprucht jede Datei Speicherplatz und sorgt für mehr Volumen in Deinem Backup. Dies führt zu längeren Sicherungs- und Wiederherstellungszeiten.

Fazit: Du kannst zwar im Grunde so viele Plugins installieren, wie Du möchtest. Solltest Dich aber aus Gründen der Sicherheit und Geschwindigkeit auf die Auswahl der wesentlichsten konzentrieren. Und solche, die Du nicht benötigst, umgehend löschen.

Der Unterschied zwischen "Deaktivieren" und "Deinstallieren"

Die Angewohnheit, ein WordPress Plugin nicht zu deinstallieren, sondern nur zu deaktivieren, ist weit verbreitet. Praktisch ist dieses Vorgehen zunächst in jedem Fall. Immerhin erlaubt es Dir, Einstellungen und Konfigurationen "in der Hinterhand" zu behalten und zu einem beliebigen Zeitpunkt auf sie zurückzugreifen. Die Realität sieht jedoch oft anders aus: viele Plugins werden im Laufe der Zeit im "Zwischenlager" einfach vergessen und kommen nie wieder zur Anwendung. Neben den bereits genannten Nachteilen, wird es in der Pluginübersicht schnell unübersichtlich.

Deswegen ist es empfehlenswert, ein Plugin nur dann einfach deaktiviert zu lassen, wenn Du planst, es wieder zu nutzen. Ist dies nicht der Fall, sollte es direkt deinstalliert werden. Auch hierbei handelt es sich nie um eine endgültige Entscheidung. Möchtest Du das Plugin später wieder einsetzen, kannst Du es jederzeit neu installieren.

Deinstallieren – Schritt für Schritt zum "ordentlichen" WordPress

WordPress bietet hier eine sehr einfache Vorgehensweise an. Wechsele einfach in den Adminbereich und klicke dort auf "Plugins" in der linken Sidebar. Hier wird Dir eine Liste der installierten Erweiterungen angezeigt. Unter jedem Plugin befindet sich eine Reihe an Links mit Optionen. Dort kann dann auch die "Deinstallation" ausgewählt werden.

Achtung: Die Möglichkeit ein Plugin zu "Deinstallieren" erscheint erst, wenn das Plugin "Deaktiviert" wurde!

Vor der endgültigen Deinstallation fragt WordPress nochmals, ob Du Dir wirklich sicher bist. Bestätigst Du hier, wird das Plugin und dessen Dateien im Plugin Ordner von Deinem Server gelöscht.

Wichtig: Leider können Plugins weitere Spuren hinterlassen. Deren Beseitigung erfordert mehr technisches Know-How und sollte daher nicht von WordPress-Anfängern vorgenommen werden!

So entfernst Du Pluginreste

In den meisten Fällen reicht es aus, ein WordPress Plugin lediglich zu deinstallieren. Manche Plugins hinterlassen jedoch Spuren auch außerhalb ihres eigenen Plugin Ordners. Diese werden dann im Zuge einer Deinstallation nicht berücksichtigt.

Die folgenden Schritte solltest Du nur dann in Erwägung ziehen, wenn Du schon ein besseres Verständnis vom Umgang mit WordPress, FTP und der Datenbank hast. In den meisten Fällen haben die Pluginreste wenig Einfluß auf den weiteren Betrieb von WordPress und das Auffinden der Überbleibsel ist nicht einfach. In jedem Fall sollte zunächst ein Backup zum Pflichtprogramm gehören.

Verwaiste Plugin Dateien

Um zu sehen, ob etwas zusätzlich gespeichert wurde, empfiehlt es sich, einen FTP-Client zu nutzen. Schau dann im Ordner wp-content nach. Einige Plugins erstellen bzw. speichern zusätzliche Daten an diesem Ort. Leider kann man nicht sicher sagen von welchem Plugin, welche zusätzlichen Dateien und Ordner erstellt wurden. Darum solltest Du diese Daten unbedingt sichern (Backup), um erst dann die vermutlich verwaisten Dateien zu löschen. Meist gibt der Name des deinstallierten Plugins einen guten Hinweis. Findest Du ähnlich lautende Datei oder Ordnernamen, steht die Chance hoch, das es sich um Datenreste des Plugins handelt.

Alte Shortcodes

Ein anderes Problem ergibt sich mit Hinblick auf die Verwendung von Shortcodes. Hast Du ein Plugin deinstalliert, das Shortcodes zur Verfügung stellte, die Du auch verwendet hast, werden die entsprechenden [Shortcodes] in den Beiträgen sichtbar. Die sauberste Lösung wäre das Entfernen der Shortcodes – entweder manuell aus jedem einzelnen Beitrag oder über Suchen und Ersetzten in der Datenbank. Eine schnelle, einfachere Lösung ist der Einsatz einer eigenen Shortcodefunktion in der functions.php:

add_shortcode( 'pluginshortcode', '__return_false' );

Wird diese Codezeile in der functions.php Deines Themes eingetragen und "pluginshortcode" durch den exakten Shortcode des deinstallierten Plugins ersetzt, erscheint an Stelle des Shortcodes einfach nichts. Sollte das Plugin mehr als einen Shortcode geboten haben, muss eine Codezeile für jeden einzelnen Shortcode in die functions.php eingetragen werden.

Wichtig: Du musst den Code entfernen, falls Du Dich dazu entscheidest, das Plugin wieder zu verwenden.

Verwaiste Plugin Datenbankeinträge

Plugins können auch zusätzliche Tabellen in die WordPress Datenbank eintragen. Je mehr Daten gespeichert wurden, desto umfangreicher wird wiederum das Backup.

Um zu prüfen, ob zusätzliche Tabellen erstellt wurden, nutzt Du das Datenbanktool Deines Webhosters (meist phpMyadmin). Es gilt jedoch bei Arbeiten an der Datenbank stets vorsichtig zu sein. Sichere unbedingt alle Daten ab, bevor Du hier Änderungen vornimmst!

Im Datenbanktool suchst Du nach der passenden Datenbank Deiner WordPress Installation. Falls Du Dich nicht erinnern kannst, findest Du den genauen Datenbanknamen auch in der wp-config.php. In der Datenbank suchst Du ähnlich wie bei den Dateien nach zusätzlichen Tabellen, die das deinstallierte Plugin erstellt hat. Auch hier gibt es keinen wasserdichten Weg herauszufinden welche Tabellen dies sind. Nur der Pluginname kann wieder einen Hinweis geben. Solltest Du passende überflüssige Tabellen gefunden haben, löscht Du diese mit Hilfe des Datenbanktools.

Warnung: Sei Dir in jedem Falle darüber bewusst, dass es sich hierbei um einen Schritt handelt, den Du nicht einfach rückgängig machen kannst. Hast Du keine Sicherung der Daten erstellt, ist eine Wiederherstellung unmöglich.

Nach diesen Maßnahmen, solltest Du Deiner Website einen Besuch abstatten und feststellen, ob nach wie vor alles wie gewünscht funktioniert. Falls nicht, hast Du leider die falschen Dateien oder Datenbanktabellen erwischt und musst das Backup wieder einspielen.

Fazit

Eigentlich ist die Deinstallation eines WordPress Plugins mit nur wenigen Klicks erledigt. Die gelegentlich leider trotzdem zurückbleibenden Datei- oder Datenbankleichen haben in den meisten Fällen wenig bis keine negativen Auswirkungen. Daher sollten sich nur geübte WordPress-Anwender auf eine tiefergehende Reinigungstour machen ... natürlich nur mit vorherigem Backup!